Wurffbain lernt Eintönigkeit kennen
Im Dezember 1632 lebt Wurffbain seit neun Wochen und vier Tagen als Adelborst in der zehn Jahre zuvor von Jan Pieterszoon Coen gebauten, an der Mündung des Flusses Ciliwong gelegenen und mit Grachten und strichgeraden Straßen das große Amsterdam kopierenden Stadt Batavia (heute als Jakarta die Hauptstadt Indonesiens geläufig), in dessen das Stadtbild dominierenden Kastell das Verwaltungsgebäude, die Wohnräume der leitenden Angestellten, die Unterkünfte der Garnison, die Lagerhäuser, eine kleine Kirche und das Gefängnis untergebracht sind. Wurffbain hofft nach wie vor, dass Rademakers Versprechen bei der Musterung, aus dem mühseligen Stand des gefreiten Soldaten in den anständigen Kaufmannsdienst aufzusteigen, nun endlich erfüllt werde, doch der neue Generalgouverneur hört ihn nicht einmal an, zumindest nicht in dieser, seiner beruflichen Angelegenheit, weshalb Wurffbain, wie alle anderen Soldaten, monatlich mit nicht mehr als 40 Pfund ungekochtem Reis statt Brot und dem im Vergleich zum Kaufmann nur halben Sold auszukommen hat. Doch es kommt schlimmer, geradezu elendig, denn auch Wurffbain betrifft der plötzliche Befehl zur Abstrafung widerspenstiger Einwohner auf den nicht gerade nahegelegenen Inseln Seram und Amboina, wozu er, wie sein Sohn Paul Jahrzehnte später notiert, mit „schlechter Lust“ zu den mehrere Wochen Schiffsreise entfernt liegenden Molukken aufbricht. Weitere zwei Monate lagert er auf der Insel Amboina, eher er zu einer Strafexpedition an den „Mohren“ nach Seram dirigiert wird und sich drei Monate später auf der Inselgruppe Banda wiederfindet, wo er in dem auf der Hautpinsel Banda Neira erbauten Kastell untergebracht wird.
Was auch immer im Leben des Johann Siegmund Wurffbain auf den Inseln von Banda geschieht – nie wird er, bewusst oder aus einer Lässigkeit (die seinem Wesen keinesfalls eigen ist), versäumen oder vergessen, für die Verschonung von jeglicher Krankheit Gott zu danken. Er bemüht sogar das Wort „Lobpreis“. Spätestens nach seiner Ankunft auf Banda Neira, der Hauptinsel im Archipel der Molukken, als der für Soldaten, Adlborste und Handelsassistenten unerwartet dröge und mit Mühsal vollbrachte Alltag beginnt, erklingt, in der Tiefe des Raums, Wurffbains intime, vertraute, sich aus dem Archiv der Jahrhunderte erhebende Stimme:
Die Eintönigkeit setzt mir zu. Der Garnisonsdienst im Fort ist öder als alles andere. Die Einwohner von Banda sind einfältiger als die in Batavia, außer Nahrungsmitteln kann man nichts mit ihnen tauschen. Wir jubilieren hier schon, wenn einmal die Erde bebt, und wir loben Gott für die Geburt eines Zwillingspaars durch eine unserer europäischen Frauen. Das Leben auf Banda ist keineswegs so, wie ich mir den Dienst für die Companie gewünscht hatte, als ich Nürnberg verließ, in der Hoffnung, meine Reise nach Ostindien brächte mir die Beförderung und darüberhinaus so viel Geld, dass ich nach fünf Jahren zurückkehren und für den Rest des Lebens ein gemachter Mann sein könnte. Wir fuhren nach Ostindien, weil wir die Ferne sehen und mit den Gewürzen aus der Ferne reich werden wollen, stattdessen müssen wir uns an öde Orte begeben und mit barbarischen Einwohnern umgehen. Selbst die Strafen sind fade Routine, das Hängen, Erdrosseln, Füsilieren, Rädern, Geisseln, Brandmarken, der Kettendienst, die den freien Eingeborenen und den Sklaven auferlegt werden. Die einheimischen Feinde haben sich nicht unsere Maßstäbe gehalten, nicht an die Regeln, die die wir ihnen im Namen Gottes beizubringen versuchten, weshalb sie moralisch und rechtlich nach unserer Definition von Verbrechen verurteilt werden mussten: Mord, Diebstahl, Hurerei, Unzucht, Ungehorsam und Fluchtversuche von der Insel. Die meisten Einheimischen sind Muslime, bekannten sich hingegen, durch die Belehrung der Niederländer, zum christlichen Glauben. Viele Dörfer wurden dem Christentum einverleibt, überall wurden Kirchen und Schulen erbaut. Wieviel herrliche Königreiche, Länder und Inseln hat die Edelmütigkeit der Seefahrenden mit äußerster Lebensgefahr in Hunger und Kummer entdeckt! Ich will jetzt nichts weiter sagen über den Nutzen, den auch Gelehrte und Studierende auf ihren Reisen haben, mit dem Ziel, sich in den Künsten und Wissenschaften zu perfektionieren, immer an einem Ort mehr und besser als an anderen zu finden.
Wurffbain ist Europäer, und also Christ, Lutheraner, um genau zu sein, kein Calvinist, wie so viele Niederländer, wodurch ein bedeutender Unterschied zu deutschen Protestanten markiert ist, da der Calvinist den Menschen als von Gott vorbestimmt begreift und sich der Einzelne nur durch harte Arbeit seiner Prädestination entwinden kann. In den Dreißigjährigen Krieg hineingeboren, Augenzeuge der Verwüstung durch den Menschen und die Zerstörung dessen, was der Herr geschaffen hat, nennt Wurffbain die Völker der Inseln Amboina, Seram und Banda, die sich nicht fügen wollen, doch wirklich „treulos“ und „boshaft“, wie man jederzeit nachlesen kann, was, vertragsrechtlich betrachtet, sogar richtig ist, da Verträge, die der König eines malaiischen Inselstamms mit den Niederländern vereinbarte, nach europäischem Rechtsverständnis eingehalten werden müssen, da ja der römische Grundsatz Pacta sunt servanda für die Europäer, zumindest im Prinzip, ein kulturelles Fundament ist. Aber etwa auch im Rechtsverständnis in Amboina und Banda? Und kennt man auf den Gewürzinseln die Begriffe Vertragsrecht und Vertragstreue? Und wie vertragstreu können Menschen sein, von denen durch Besatzer und Besetzer Untertanengeist, Gehorsam und die Aushändigung ihrer Güter erzwungen wird?
Ich brauche mir Wurffbain an dieser Stelle nicht einmal als besonders reflektierenden Menschen vorzustellen, denn als Autor einer der frühesten reiseliterarischen und, wie sich mit den heutigen Maßstäben und schriftstellerischen Instrumenten sicher behaupten lässt, in gleichem Maße essayistischen Schrift zu Beginn der europäischen Neuzeit denkt er coram publico über die Gründe nach, warum die calvinistischen Niederländer, die ja gar nicht sein, der lutherisch geprägten Deutschen, Volk sind, bei der Kujonierung der mohammedanischen Stammesvölker auf den Banda-Inseln versagten, und um es vorsichtiger auszudrücken: warum die Niederländer die Ambonesen nicht gänzlich bezwingen und, gleich anderen unterworfenen Völkern, nach ihrem Willen im Zaum zu halten vermögen. In erster Linie liegt es Wurffbains Ansicht nach an Größe und Weitläufigkeit der Insel Amboina, zweitens an der großen Zahl der darauf lebenden Völker, die ihm, drittens, auch noch sehr streitbar vorkommen. Neben dem normalen Gewehr, das sie besitzen, vermöchten insbesondere die Bandanesen mit dem Geschütz auch noch sehr gut umzugehen und sind des weiteren in der Lage, in großer Geschwindigkeit und Geschicklichkeit in ihre Forts und Festungen auf den hohen Bergen zu flüchten, die Wege hinauf durchs Gestrüpp zu verbergen, und zuletzt, so notiert Wurffbain, habe auch die ungesunde Luft der Insel mehr Europäer aufgerieben als die Waffen der Amboneser im geführten Krieg, den man sich vielmehr als guerrilleske Revolte ausmalen darf, zu einer Zeit, da es das Wort „Guerilla“ – das Prinzip des gewaltsamen und bewaffneten Widerstands jenseits herkömmlicher Armee-Formationen – noch gar nicht gab. Im Geiste christlicher Europäer, darunter auch Wurffbain, könnte man die Eroberung der Inseln ja als Rechtfertigung einer von Gott gebilligten und somit von allerhöchster Stelle gerechtfertigten Eroberung ansehen, weswegen Wider- oder Aufstand weit eher unmoralisch sind als Eroberung und Unterwerfung.
Wurffbain erlebte die Versklavung und Einkerkerung der einheimischen Bevölkerung, man kann es nicht anders sagen, in diktatorischer Manier, auf jeden Fall ohne dass je gefragt worden wäre, ob ein einheimischer Banda-Neira-Einwohner die Tötung eines Menschen als Mord im rechtsphilosophischen Sinne der Europäer betrachtet oder ob Hurereri oder Unzucht unter den „Mohren“ mit dem gleichen moralisch-religiösen Verständnis aufgefasst wird wie in Amsterdam oder Lissabon. Beginnt die Kolonialisierung (und mit ihr die moralische Selbstüberhöhung und zugleich legitimierte Züchtigung der Widerspenstigen) nicht durch religiöse Postulate und moralische Maxime, indem auf abwegige und verstiegene Weise einem in jeder Hinsicht fremden und anderen Kulturkreis Prinzipien, Verhaltensweisen und Konzepte auferlegt werden, die gegen alle dortigen Normen, Traditionen und Lebensgewohnheiten verstoßen?
Weitere Kapitel:
Im Dezember 1632 lebt Wurffbain seit neun Wochen und vier Tagen als Adelborst in der zehn Jahre zuvor von Jan Pieterszoon Coen gebauten, an der Mündung des Flusses Ciliwong gelegenen und mit Grachten und strichgeraden Straßen das große Amsterdam kopierenden Stadt Batavia (heute als Jakarta die Hauptstadt Indonesiens geläufig), in dessen das Stadtbild dominierenden Kastell das Verwaltungsgebäude, die Wohnräume der leitenden Angestellten, die Unterkünfte der Garnison, die Lagerhäuser, eine kleine Kirche und das Gefängnis untergebracht sind. Wurffbain hofft nach wie vor, dass Rademakers Versprechen bei der Musterung, aus dem mühseligen Stand des gefreiten Soldaten in den anständigen Kaufmannsdienst aufzusteigen, nun endlich erfüllt werde, doch der neue Generalgouverneur hört ihn nicht einmal an, zumindest nicht in dieser, seiner beruflichen Angelegenheit, weshalb Wurffbain, wie alle anderen Soldaten, monatlich mit nicht mehr als 40 Pfund ungekochtem Reis statt Brot und dem im Vergleich zum Kaufmann nur halben Sold auszukommen hat. Doch es kommt schlimmer, geradezu elendig, denn auch Wurffbain betrifft der plötzliche Befehl zur Abstrafung widerspenstiger Einwohner auf den nicht gerade nahegelegenen Inseln Seram und Amboina, wozu er, wie sein Sohn Paul Jahrzehnte später notiert, mit „schlechter Lust“ zu den mehrere Wochen Schiffsreise entfernt liegenden Molukken aufbricht. Weitere zwei Monate lagert er auf der Insel Amboina, eher er zu einer Strafexpedition an den „Mohren“ nach Seram dirigiert wird und sich drei Monate später auf der Inselgruppe Banda wiederfindet, wo er in dem auf der Hautpinsel Banda Neira erbauten Kastell untergebracht wird.
Was auch immer im Leben des Johann Siegmund Wurffbain auf den Inseln von Banda geschieht – nie wird er, bewusst oder aus einer Lässigkeit (die seinem Wesen keinesfalls eigen ist), versäumen oder vergessen, für die Verschonung von jeglicher Krankheit Gott zu danken. Er bemüht sogar das Wort „Lobpreis“. Spätestens nach seiner Ankunft auf Banda Neira, der Hauptinsel im Archipel der Molukken, als der für Soldaten, Adlborste und Handelsassistenten unerwartet dröge und mit Mühsal vollbrachte Alltag beginnt, erklingt, in der Tiefe des Raums, Wurffbains intime, vertraute, sich aus dem Archiv der Jahrhunderte erhebende Stimme:
Die Eintönigkeit setzt mir zu. Der Garnisonsdienst im Fort ist öder als alles andere. Die Einwohner von Banda sind einfältiger als die in Batavia, außer Nahrungsmitteln kann man nichts mit ihnen tauschen. Wir jubilieren hier schon, wenn einmal die Erde bebt, und wir loben Gott für die Geburt eines Zwillingspaars durch eine unserer europäischen Frauen. Das Leben auf Banda ist keineswegs so, wie ich mir den Dienst für die Companie gewünscht hatte, als ich Nürnberg verließ, in der Hoffnung, meine Reise nach Ostindien brächte mir die Beförderung und darüberhinaus so viel Geld, dass ich nach fünf Jahren zurückkehren und für den Rest des Lebens ein gemachter Mann sein könnte. Wir fuhren nach Ostindien, weil wir die Ferne sehen und mit den Gewürzen aus der Ferne reich werden wollen, stattdessen müssen wir uns an öde Orte begeben und mit barbarischen Einwohnern umgehen. Selbst die Strafen sind fade Routine, das Hängen, Erdrosseln, Füsilieren, Rädern, Geisseln, Brandmarken, der Kettendienst, die den freien Eingeborenen und den Sklaven auferlegt werden. Die einheimischen Feinde haben sich nicht unsere Maßstäbe gehalten, nicht an die Regeln, die die wir ihnen im Namen Gottes beizubringen versuchten, weshalb sie moralisch und rechtlich nach unserer Definition von Verbrechen verurteilt werden mussten: Mord, Diebstahl, Hurerei, Unzucht, Ungehorsam und Fluchtversuche von der Insel. Die meisten Einheimischen sind Muslime, bekannten sich hingegen, durch die Belehrung der Niederländer, zum christlichen Glauben. Viele Dörfer wurden dem Christentum einverleibt, überall wurden Kirchen und Schulen erbaut. Wieviel herrliche Königreiche, Länder und Inseln hat die Edelmütigkeit der Seefahrenden mit äußerster Lebensgefahr in Hunger und Kummer entdeckt! Ich will jetzt nichts weiter sagen über den Nutzen, den auch Gelehrte und Studierende auf ihren Reisen haben, mit dem Ziel, sich in den Künsten und Wissenschaften zu perfektionieren, immer an einem Ort mehr und besser als an anderen zu finden.
Wurffbain ist Europäer, und also Christ, Lutheraner, um genau zu sein, kein Calvinist, wie so viele Niederländer, wodurch ein bedeutender Unterschied zu deutschen Protestanten markiert ist, da der Calvinist den Menschen als von Gott vorbestimmt begreift und sich der Einzelne nur durch harte Arbeit seiner Prädestination entwinden kann. In den Dreißigjährigen Krieg hineingeboren, Augenzeuge der Verwüstung durch den Menschen und die Zerstörung dessen, was der Herr geschaffen hat, nennt Wurffbain die Völker der Inseln Amboina, Seram und Banda, die sich nicht fügen wollen, doch wirklich „treulos“ und „boshaft“, wie man jederzeit nachlesen kann, was, vertragsrechtlich betrachtet, sogar richtig ist, da Verträge, die der König eines malaiischen Inselstamms mit den Niederländern vereinbarte, nach europäischem Rechtsverständnis eingehalten werden müssen, da ja der römische Grundsatz Pacta sunt servanda für die Europäer, zumindest im Prinzip, ein kulturelles Fundament ist. Aber etwa auch im Rechtsverständnis in Amboina und Banda? Und kennt man auf den Gewürzinseln die Begriffe Vertragsrecht und Vertragstreue? Und wie vertragstreu können Menschen sein, von denen durch Besatzer und Besetzer Untertanengeist, Gehorsam und die Aushändigung ihrer Güter erzwungen wird?
Ich brauche mir Wurffbain an dieser Stelle nicht einmal als besonders reflektierenden Menschen vorzustellen, denn als Autor einer der frühesten reiseliterarischen und, wie sich mit den heutigen Maßstäben und schriftstellerischen Instrumenten sicher behaupten lässt, in gleichem Maße essayistischen Schrift zu Beginn der europäischen Neuzeit denkt er coram publico über die Gründe nach, warum die calvinistischen Niederländer, die ja gar nicht sein, der lutherisch geprägten Deutschen, Volk sind, bei der Kujonierung der mohammedanischen Stammesvölker auf den Banda-Inseln versagten, und um es vorsichtiger auszudrücken: warum die Niederländer die Ambonesen nicht gänzlich bezwingen und, gleich anderen unterworfenen Völkern, nach ihrem Willen im Zaum zu halten vermögen. In erster Linie liegt es Wurffbains Ansicht nach an Größe und Weitläufigkeit der Insel Amboina, zweitens an der großen Zahl der darauf lebenden Völker, die ihm, drittens, auch noch sehr streitbar vorkommen. Neben dem normalen Gewehr, das sie besitzen, vermöchten insbesondere die Bandanesen mit dem Geschütz auch noch sehr gut umzugehen und sind des weiteren in der Lage, in großer Geschwindigkeit und Geschicklichkeit in ihre Forts und Festungen auf den hohen Bergen zu flüchten, die Wege hinauf durchs Gestrüpp zu verbergen, und zuletzt, so notiert Wurffbain, habe auch die ungesunde Luft der Insel mehr Europäer aufgerieben als die Waffen der Amboneser im geführten Krieg, den man sich vielmehr als guerrilleske Revolte ausmalen darf, zu einer Zeit, da es das Wort „Guerilla“ – das Prinzip des gewaltsamen und bewaffneten Widerstands jenseits herkömmlicher Armee-Formationen – noch gar nicht gab. Im Geiste christlicher Europäer, darunter auch Wurffbain, könnte man die Eroberung der Inseln ja als Rechtfertigung einer von Gott gebilligten und somit von allerhöchster Stelle gerechtfertigten Eroberung ansehen, weswegen Wider- oder Aufstand weit eher unmoralisch sind als Eroberung und Unterwerfung.
Wurffbain erlebte die Versklavung und Einkerkerung der einheimischen Bevölkerung, man kann es nicht anders sagen, in diktatorischer Manier, auf jeden Fall ohne dass je gefragt worden wäre, ob ein einheimischer Banda-Neira-Einwohner die Tötung eines Menschen als Mord im rechtsphilosophischen Sinne der Europäer betrachtet oder ob Hurereri oder Unzucht unter den „Mohren“ mit dem gleichen moralisch-religiösen Verständnis aufgefasst wird wie in Amsterdam oder Lissabon. Beginnt die Kolonialisierung (und mit ihr die moralische Selbstüberhöhung und zugleich legitimierte Züchtigung der Widerspenstigen) nicht durch religiöse Postulate und moralische Maxime, indem auf abwegige und verstiegene Weise einem in jeder Hinsicht fremden und anderen Kulturkreis Prinzipien, Verhaltensweisen und Konzepte auferlegt werden, die gegen alle dortigen Normen, Traditionen und Lebensgewohnheiten verstoßen?