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Friedrich Rückert auf einer Zeichnung seines Freundes Carl Barth, 1818

Schweinfurt, Markt

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Das Rückert-Denkmal auf dem Markt in Schweinfurt (c) Bettina Beuerlein

Erste Überlegungen, Friedrich Rückert (1788-1866) in Schweinfurt ein Denkmal zu setzen, kamen schon zu Lebzeiten des Dichters auf, konnten aber erst 1890 realisiert werden. Rege Unterstützung fand das Projekt vor allem unter zeitgenössischen Schriftstellern wie Felix Dahn (1832-1912), Franz von Dingelstedt (1814-1881), Gustav Freytag (1816-1895), Emanuel Geibel (1815-1884), Friedrich Karl von Gerok (1815-1890), Ru­dolf von Gottschall (1823-1909), Paul Heyse (1830-1914; Literaturnobelpeis 1910), Heinrich Laube (1806-1884) und Emil Rittershaus (1834-1897). Unter den eingereichten Entwürfen erhielt der Entwurf von Wilhelm von Rümann (1850-1906) und Friedrich von Thiersch (1852-1921) den meisten Beifall, der dann auch zur Ausführung gelangte. Rümann ist der Schöpfer des figürlichen, Thiersch des architektonischen Teils. Rümanns Rückert ist der verehr­te Dichtergreis, wie man ihn etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts kannte. Der Dichter sitzt, nachdenk­lich über ein Buch gebeugt, das er auf dem Knie hält, während sein Geist of­fenbar die erhaltenen Ein­drücke künstlerisch verarbeitet. Zwei Erzfiguren rechts und links vom Dichter angebracht, ver­sinnbildlichen die Muse der Gehar­nischten Sonette – und der Rückertschen Lyrik überhaupt – sowie die schöpferische Tätigkeit des Dichters in der Weisheit des Brahmanen und seinen ori­entalischen Wer­ken. Gegossen wurden die Figuren in dem Atelier von Rupp in München.

 


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Verfasser: Dr. Rudolf Kreutner / Rückert-Gesellschaft Schweinfurt e.V.